The (post-) migrant flaneur. Berlin-Narrative of the millennium

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The (post-) migrant flaneur. Berlin-Narrative of the millennium

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Der (post-)migrantische Flaneur. Berlin-Narrative der Jahrtausendwende (paper given in German)

Abstract: Der Flaneur wird sowohl als soziokulturelle Figur städtischen Erlebens als auch literarische Funktionsform verstanden. Literarische Flanerien basieren auf Narrativen zum Wechselverhältnis von Wahrnehmung und Reflektion bei einer sich im urbanen Raum bewegenden Erzählinstanz. Als Figur des (Auf-)Lesens und Übersetzens urbaner Dynamiken in Schrift steht die literarische Funktionsform des Flaneurs heute vor der Herausforderung, die globalisierte Großstadt und deren Codes in all ihren Facetten zu dechiffrieren. Ausgehend von diesem Beobachtungs- und Übersetzungsauftrag, der dem Flaneurkonzept traditionell eingeschrieben ist, stellt sich die Frage, wie die literarische Flaneurfigur auf aktuelle Tendenzen wie Globalisierung und Migration, Technisierung und Digitalisierung reagiert. Berliner Stadtansichten aus der Feder (post-)migrantischer Autoren und Autorinnen könnten in der Gegenwartsliteratur ein eigenes Genre bilden, so zahlreich sind sie aufzufinden. Die der Arbeit zugrundeliegende These ist, dass Texte, die im Anschluss an einen Migrationsprozess entstehen und deren Sujet die neue Heimatstadt Berlin ist, mit der Funktionsform des Flaneurs strukturiert sind und Parallelen in Inhalt und Form aufweisen.

Presenter

  • Ms Jule Thiemann
    Ms Jule Thiemann, Macquarie University